Wir brauchen mehr Menschen, die vermitteln und integrieren können

Wir stehen derzeit vor enormen ökologischen Herausforderungen, denen sich jede Organisation und jede Branche stellen muss. Neben dem Umweltwissen machen jetzt vor allem methodische Kompetenzen sowie die Einstellung gegenüber Veränderung den Unterschied.

Vermittlung ökologischer Grundlagen

Parallel zum Fortschritt der wissenschaftlichen Erkenntnisse arbeiten Umweltfachpersonen, die das Wissen in Konzepte, Methoden und Regeln für praktikable Lösungen übersetzen. Diese Fachspezialistinnen und Fachspezialisten sind in der angewandten Forschung tätig, in kantonalen und eidgenössischen Diensten sowie in technischen und beratenden Unternehmen.

Ist das grundlegende Umweltwissen einmal bekannt, entscheiden erfahrungsgemäss vor allem die methodischen Fähigkeiten der umsetzenden Personen über eine Verbesserung der ökologischen Situation. Sie müssen erklären und argumentieren, Sitzungen und Projekte leiten, Glaubwürdigkeit vermitteln und Projektetappen umsetzen. Welche Umweltwirkung erzielt wird, hängt massgeblich davon ab, wie überzeugend diese Personen ihre Ideen vermitteln.

Soziale Fähigkeiten: Analysieren, argumentieren, überzeugen, motivieren und innovieren
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Integration in Strategie und Umsetzung

Gleichzeitig muss jede Organisation – ob Gemeinde, Unternehmen oder Branchenverband – Mitarbeitende haben, die in der Lage sind, ökologische Anliegen in die Strategie und den operativen Betrieb zu integrieren. Diese UmweltmanagerInnen müssen die Funktionsweise ihrer Organisation im Detail kennen und sowohl mit (häufig externen) Umweltspezialisten als auch mit den EntscheidungsträgerInnen kommunizieren können. Dazu benötigen neben generellem Umweltwissen, Managementkompetenzen und vor allem ausgeprägte soziale Fähigkeiten: Zuhören, analysieren, argumentieren, verstehen, überzeugen, motivieren, Verantwortung teilen und Innovation fördern sind entscheidende Fähigkeiten. Wie erfolgreich diese UmweltmanagerInnen sind, hängt davon ab, wie gut sie integrieren und wie stark ihre Motivationskraft ist.

Im Herzen der Organisationen

Was die Integration betrifft, stellen wir eine erfreuliche Entwicklung fest. Die ökologische Verantwortung wird immer weniger an technische Stellen delegiert, sondern zunehmend in die Organisationsstrategie eingebettet und von den zentralen Entscheidungsgremien diskutiert und verantwortet. Diese erfreuliche Verschiebung erfordert zusätzliche methodische Fähigkeiten von Umweltfachpersonen und -managerInnen, damit die Themen in den entsprechenden Gremien angemessen behandelt und alle Interessensgruppen einbezogen werden. Erforderlich dafür sind methodische Kompetenzen wie Strategieanalyse, Moderation von Workshops, Reporting und Kommunikation, Partizipation und Sensibilisierung.

Dieser «Pas de deux» zwischen (externen) Fachpersonen, die auch vermitteln können und internen UmweltmanagerInnen, die integrieren können ist die Basis für eine zukunftsgerichtete und breit angelegte Auseinandersetzung mit den aktuellen ökologischen Problemen.

Um die künftigen Herausforderungen zu lösen, brauchen wir natürlich auch mehr Entdeckerinnen, Fragesteller und «Veränderungstreiberinnen». Dazu mehr ein andermal.


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