Rückblick Praxiskurs Dachbegrünung in Lausanne

Gerade im Sommer sehnt man sich in den Städten nach Abkühlung, Schatten und nach einer kühlen Briese. Eine Möglichkeit, um einen kühlen Kopf zu bewahren bieten uns begrünte Dächer, welche durch Verdunstung das Stadtklima abkühlen. Zudem werden bei richtiger Umsetzung die Lebensdauer der Dachabdichtung verlängert, die Verbreitung von Pflanzen und Tieren gefördert und die Wärme-/Kälteisolation (Winter: Wärme bleibt im Gebäude; Sommer: Hitze gelangt weniger ins Gebäude) unterstützt. Relevant ist ausserdem, dass ein begrüntes Dach 50-80% des Jahresniederschlages zurückhalten kann und so die Kanalisation in Siedlungen entlastet.

Dachbegrünung in Lausanne

Diese und weitere Vorteile von Dachbegrünung sind bereits in vielen Köpfen präsent. Leider halten sich dort auch Zweifel und Mythen hartnäckig. Mit dem Kurs «Dachbegrünung» in Lausanne konnten wir diese auflösen und Know-how für eine erfolgreiche «grüne Umsetzung» vermitteln.

Theorie am Vormittag

Im Theorieteil am Vormittag erklärte uns Aino Adriaens, Biologin und Gärtnerin, wie durch fachgerechte Planung und Unterhalt die Biodiversität auf Dächern gefördert werden kann.

Wir haben besprochen, wie wichtig die Wahl des Substrats für die spätere erfolgreiche Begrünung ist. Neben der Zusammensetzung des Substrats spielt die Dicke dieser Schicht eine Rolle. Beides bestimmt die Wasserspeicherung, Nährstoffversorgung und Verankerung im Boden für die gepflanzte Vegetation. Sie macht der unterschied zwischen begrünten Dächern und «Sedum-Wüsten».

Exkursion mit Fachinputs

Auf dem Dach des Kongresszentrums Beaulieu wird sichtbar, wie gut die Dachbegrünung mit Photovoltaikelementen harmonieren kann. Hier wird Stromproduziert und Blüten für verschiedene Insekten angeboten. Studien zeigen, dass die Vegetation die Solarpanels im Sommer vor Überhitzung schützt. Erwärmen sich Solarzellen über 25°C, verringert sich der produzierte Strom. Die Dachvegetation generiert durch Verdunstung ein kühle Umgebungstemperatur und begünstig somit die Stromproduktion. Also eine Win-Win-Situation.

Die Qual der Wahl

Doch welches Substrat (lokal, recycelt, etc.), sowie welche Pflanzen verwenden wir am besten für ein biodiversitätsfreundliches Dach? Die Stadt Lausanne ist diesen Fragen nachgegangen und hat rund 10 Versuchsparzellen angelegt, welche teils Solarzellen beinhalten. Hier im «La Bourdonnette» werden verschiedene Pflanzen- und Mineralsubstrate vorgestellt und Saatgutmischungen getestet. Somit können sich Bauunternehmer mit den verschiedenen Möglichkeiten vertraut machen, denn das Gelände ist öffentlich zugänglich:
Gartenbauanstalt der Stadt Lausanne in La Bourdonnette
Avenue du Chablais 46
1007 Lausanne

Interesse geweckt?

Am 23.09.2021 wird in Zürich der gleiche Kurs zum Thema Dachbegrünung auf deutsch angeboten.
Hierfür nehmen wir gemeinsam mit Dr. Stephan Brenneisen (ZHAW) und Christa Glauser (BirdLife) die Dächer von Zürich unter die Lupe. Melden Sie sich jetzt hier an und lernen Sie das 1×1 der Dachbegrünung.

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