Klimaschutz gelingt mit Gemeinsinn

Massnahmen, die den Klimawandel aufhalten, sind ein wesentlicher Grundpfeiler der nachhaltigen Entwicklung. Je verheerender die Unwetter und Dürren, umso eher erreichen uns die Krisen: der vielfältige Fundus der Natur nimmt ab, und damit wird auch unsere zukünftige Spielwiese kleiner. Menschen sind auf der Flucht; Frauen, Kinder und Männer werden zu Opfern. Klimaschutz hält nicht nur unsere Atmosphäre stabil, es werden indirekt auch die Rechte verletzlicher Gruppen und das allgemeine Wohlergehen gestärkt, weil Menschen ihren Lebensunterhalt eher dort verdienen können, wo sie zu Hause sind. Kürzlich wurde ich gefragt, ob sich daraus schliessen lässt, dass wir alle Anstrengungen im Bereich Nachhaltigkeit auf Klimaschutz-Massnahmen fokussieren sollten, z.B. auch in der Entwicklungshilfe? Ich denke nicht, da Klimaschutz alleine nicht ausreicht, um faire Chancen und Rechte für alle durchzusetzen.

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Drei Gründe für Klimaschutz als umfassendere, nachhaltige Entwicklung

Klimaschutz, die Gleichstellung der Geschlechter, bezahlbare und saubere Energie, menschenwürdige Arbeit für alle, der Schutz der natürlichen Systeme an Land und im Wasser sind alles Perspektiven auf die nachhaltige Entwicklung. Es ist aus (mindestens) drei Gründen wichtig, diese als Sichtweisen auf etwas Umfassenderes wahrzunehmen:

  • Die Auswirkungen des Klimawandels sind heute schon erlebbar, auch wenn sie nicht alle gleich treffen. Dort, wo Unwetter und Dürren wüten, wo Meere leergefischt werden, wo fruchtbarer Boden fehlt, verarmen Menschen. Unbebaubare Flächen nehmen weltweit zu und können nicht rasch wiederbelebt werden. Die Menschen dort müssen eine andere Lebensgrundlage finden. Das Wohlergehen dieser Menschen muss Teil sein einer nachhaltigen Entwicklung und kann nicht durch Klimaschutz- oder Anpassungsmassnahmen alleine gelöst werden. Es geht heute schon darum, gerecht mit den Folgen des Klimawandels umzugehen. In der Schweiz versuchen wir, die künftigen Schäden beispielsweise mit Gefahrenzonen- und Bodenkarten zu minimieren und zu versichern.
  • Wenn Klimaschutz darauf basiert, dass ein Teil der Menschheit Hunger leidet, nichts besitzt, nicht mobil ist, keinen Zugang zu Energie hat und deshalb einen kleinen ökologischen Fussabdruck hat, bleibt er mittelfristig unwirksam. Die krasse Ungleichheit zwischen Menschen führt zu Rebellion und Unfrieden. Klimaschutz funktioniert nur, wenn Gleichberechtigung und Chancengleichheit gefördert werden. In der Schweiz geschieht dies beispielsweise mit der Umverteilung, wie sie durch das CO2-Gesetz vorgesehen ist und vielerlei staatlicher und privater Initiativen, die Klimaschutz mit Innovation verbinden, um die Wirtschaft zu stärken.
  • Menschen gewichten aufgrund verschiedener Werte und Haltungen unterschiedlich – die einen setzen sich lieber für Gleichberechtigung, Armutsbekämpfung oder die Bewahrung der Biodiversität ein, andere für den Klimaschutz. So kann aus unterschiedlicher Perspektive und Motivation ein Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung geleistet werden – wobei der Sinn, innerhalb der planetaren Grenzen, Entwicklung zu ermöglichen, von allen mitgetragen wird.

Klimaschutz gelingt da, wo Menschen in Verbundenheit mit der Gesellschaft und der Natur wirtschaften. Dabei ist es nicht mit allgemeinen Rechten und Regeln getan: starke Menschen und starke Unternehmen setzen sich mit Gemeinsinn im Hier und Jetzt für die Generationen der Zukunft ein und übernehmen damit Verantwortung für sich selbst und andere – über gesetzliche Verpflichtungen hinaus, weil sie die Freiheit, die mit Selbstverantwortung einhergeht, schätzen und bewahren möchten.

Erfolgreiche nachhaltige Entwicklung dank Kreislaufwirtschaft

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Als gelungenes Beispiel für nachhaltige Entwicklung können die aktuellen, vielfältigen Projekte im Bereich Kreislaufwirtschaft gelten. Hier werden lokale Lösungen entlang von globalen Prinzipien gefunden. Ganze Wertschöpfungsketten, die Verwaltung mit inbegriffen, beginnen damit, ihre Akteure gleichzeitig widerstandsfähiger gegen wirtschaftliche Krisen zu machen – dadurch entwickeln sich mitunter gesamte Branchen (neu) entstehen Chancen für neue, junge Unternehmen, aber auch das Vertrauen und die Verbundenheit untereinander werden gefördert. Lebendige Netzwerke entstehen, die von der Kooperation gestärkt werden und nicht ausschliesslich durch den Konkurrenzkampf. Durch das Schliessen und Verlängern von Energie- und Stoffflüssen (z.B. in der chemischen Industrie, durch das Recycling, durch Reparaturen und im Nährstoffkreislauf der Landwirtschaft) entstehen neue Zusammenarbeitsformen – und nicht nur im Kreativen, Kleinen und Selbstgemachten, sondern auch in der Industrie und im Handel.

Diese Stärkung der Verbundenheit und Vertrauens untereinander ist ein wichtiger Motor der nachhaltigen Entwicklung. Ebenso müssen Klimaschutzmassnahmen alle Akteure echt einbeziehen – von den Menschen bis hin zur Natur. Das Klima ist für uns eine systemrelevante Grundlage, die schützenswert ist – die nachhaltige Entwicklung ist unsere Zukunft, wir gestalten sie.

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