Kooperation als Merkmal von starkem Leadership

Von Führungspersonen wird viel erwartet – besonders in unsicheren Zeiten. Sie sollen Ruhe und Zuversicht ausstrahlen, daneben jedes Worst-Case-Szenario schon bedacht haben, innovativ sein und die Produktion effizient gestalten, ein Vorbild sein und die Mitarbeitenden in ihrer Entwicklung unterstützen, Gruppen partizipativ leiten,  Entscheide klar fällen und kommunizieren. Doch sind das wirklich die Fähigkeiten, die ein Unternehmen oder eine Organisation sicher in die Zukunft leiten? Kann eine Person diese Fähigkeiten optimal in sich vereinen? Was bedeutet Leadership in Zeiten der Transformation

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Frédéric Laloux (www.reinventingorganizations.com ) hält fest, dass Organisationen und Unternehmen, die anpassungsfähig und gesund auf Veränderungen im Umfeld reagieren möchten, als lebendige Systeme geführt werden sollen. Ein zentraler Punkt ist dabei der Sinn der Unternehmung: wenn Mitarbeitenden sich mit dem Zweck einer Organisation oder eines Unternehmens identifizieren, arbeiten sie stetig daran mit, dass die Zielerreichung effektiv verfolgt wird. Damit wird auch das Verändern von Strukturen einfacher: lebendige Systeme haben eine bessere Fähigkeit zur Veränderung. Change Management und forcierte Neuausrichtungen sind damit nicht mehr notwendig. 

Die Rolle der Führungspersonen verändert sich in einem solchen Umfeld: es wird viel Wert auf die Selbständigkeit der Mitarbeitenden gelegt – es braucht weniger Entscheide durch den oder die CEO, da vermehrt auf der Umsetzungsebene entschieden wird. Führungspersonen bleiben aber nach wie vor in der Verantwortung: sie müssen einen wachen Sensor dafür haben, wohin die Reise des Unternehmens geht, und dabei Räume öffnen  für sinnhafte Strukturen und Abläufe. Der Fokus der EntscheidungsträgerInnen verschiebt  sich von den Antworten hin zu Fragen, die die Aufmerksamkeit der Mitarbeitenden in die richtige Bahn lenken. Was heisst das konkret? Wenn ein Problem oder eine Veränderung auftaucht, tragen alle Betroffenen (und nur diese!) zur Lösung bei – es ist nicht mehr die Führungsperson, die durch einen Entscheid die Lösung herbeiführt, sondern aufgrund der Fragen der Führungsperson wird gemeinsam eine Lösung aufgespürt und dadurch von allen mitgetragen. 

Team
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Kürzlich durfte ich als Coach bei einer Organisation aus dem Tourismusbereich miterleben, wie der Geschäftsführer seine Herausforderungen Mitarbeitenden aller Hierarchiestufen mitgeteilt hat und wie die Gruppe danach gemeinsam nach Lösungen für seine Herausforderungen, die ja den gesamten Betrieb betreffen, gesucht hat. Vom Verwaltungsrat über Bereichsleitende bis hin zur Marketingverantwortlichen und dem Produktemanager gingen alle, insbesondere der Geschäftsführer, gestärkt aus dieser Übung. Einerseits wurden sich alle der gemeinsamen Ziele und Abhängigkeiten, aber auch Unterstützungsmöglichkeiten sehr akut bewusst. Andererseits wurden konkrete Ideen entwickelt, die auf allen Unternehmensebenen funktionieren – und sie wurden sofort auch auf ihre Praxistauglichkeit hin geprüft. Der Geschäftsführer hat in diesem Moment den Raum für Veränderung geöffnet – dies gelang nur, weil er auch offen war für Vorschläge, die seine eigene Arbeit in Frage stellten. 

Ganz ähnlich öffnen sich neue Räume, wenn innerhalb von Wertschöpfungsketten der Fokus von der Konkurrenz auf die Kooperation gelegt wird. Wenn Unternehmen zusammenarbeiten, die bisher hart miteinander verhandelt haben oder in Konkurrenz standen, entstehen neue Produkte und Services. Darüber hinaus stärkt es die gesamte Branche; ein Beispiel dafür sind Open Source Applikationen im IT-Bereich. Ein Grundsatz kann dabei aus der Natur übernommen werden: in einem Ökosystem wird kein Akteur optimal versorgt, sonst kippt das ganze System. Will ein Unternehmen den Erfolg nachhaltig sichern, muss das ganze System optimiert werden, nicht (nur) der eigene Ertrag. Beispiele aus der Kreislaufwirtschaft zeigen, dass dabei häufig nicht die Materialflüsse im Zentrum stehen, sondern die Übernahme von Verantwortung innerhalb der Wertschöpfungskette und das Vertrauen untereinander. 

Kollaboration im Schwarm
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Führungskräfte haben nachhaltigen Erfolg, wenn sie Gemeinsinn stiften, zur Kooperation einladen und eine Vision entwickeln für ihr Unternehmen oder ihre Organisation. Entwickeln Sie Ihre Führungsqualitäten mit uns weiter: in unserem neuen Kurs «Leadership in der Transformation» 

  • analysieren Sie Systeme, die Ihr Unternehmen prägen und hinterfragen diese kritisch 
  • entwickeln Sie eine Vision der Transformation in Ihrem Unternehmen   
  • entwickeln Sie ein neues Führungs-, Zusammenarbeits- und Organisationsverständnis, das Transformation ermöglicht  
  • erweitern Sie Ihr Handlungsrepertoire in der Führung von Menschen und Prozessen  
  • lernen Sie Methoden kennen, wie Sie bei sich und anderen die Handlungs- und Kooperationsbereitschaft erhöhen  
  • stärken Sie die Vertrauensbasis in Ihrem Unternehmen und mit Partnern. 

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