Selbstbewusstes Auftreten

Ich stehe vor Leuten. Alle schauen mich erwartungsvoll an – und ich kriege keinen Ton raus. Das berüchtigte Lampenfieber hat mich hinterrücks überfallen. Ich frage mich, wieso ich mir das eigentlich antue. Könnte ich doch gemütlich an meinem Bürotisch sitzen und einen Artikel schreiben, der meine Botschaft auch an den Mann brächte.

Lampenfieber wird körperlich ausgelöst durch Adrenalin. Der Puls steigt. Der Körper wäre bereit, zu kämpfen oder die Flucht zu ergreifen. Das Stresshormon macht uns blitzschnell aufmerksam, hellwach und handlungsfähig. Das bedeutet auch: Adrenalin in der richtigen Dosierung verleiht uns den nötigen Kick, um im entsprechenden Moment voll präsent zu sein.

Ist die Dosierung zu hoch, kann uns die Angst lähmen. Hinter dem trockenen Mund und dem Schwitzen stehen jedoch nicht-körperliche Ursachen: ich bin nervös, weil ich ein schlechtes Erlebnis hatte bei einem Auftritt oder weil ich übersteigerte Ansprüche an mich selbst stelle. Vielleicht hatte ich bisher auch einfach zu wenig Gelegenheit vor Publikum zu sprechen. Ich habe Angst, von anderen negativ bewertet zu werden.

Stimmübungen gegen Lampenfieber

Mit Atemtechnik, Stimmübungen oder mentalen Strategien kann ich lernen, mit Lampenfieber umzugehen. Ich kann meine Stimme trainieren, damit sie besser trägt, damit sie lebendig und angenehm klingt, um das Gegenüber zu fesseln. Die Ausrede «Ich habe einfach eine leise Stimme.» zählt nicht. Gleichzeitig kann ich auf meine Haltung achten. Denn einerseits hilft mir die Haltung Atem und Stimme zu unterstützen, andererseits macht sie einen wichtigen Teil meiner Körpersprache aus. Bekanntlich trägt die Körpersprache mindestens so viel zum Gelingen bei wie meine Worte.

Der Inhalt und die Gestaltung meiner Rede ist selbstverständlich nicht zu unterschätzen. Durch die Auswahl der Themen und Argumente sowie die Strukturierung des Gesagten kann ich es meinen Zuhörerinnen und Zuhörern einfacher (oder eben nicht) aufmerksam zu bleiben. Die Kunst ist, sich so gut vorzubereiten, dass ich spontan vom Text abweichen kann, wenn das Moment es erfordert. Für mich persönlich ist deshalb eine seriöse Vorbereitung des Gesagten zentral. Je sattelfester ich mich fühle, desto überzeugter bin ich von mir und meinem Gesagten und desto eher werde ich auch das Lampenfieber unter Kontrolle halten können.

Erst wenn es mir gelingt, mich von mir selbst zu überzeugen, werde ich auch andere überzeugen können.


sanu future learning ag führt im Mai 2019 den Kurs «Rhetorik und Auftreten» durch. Projektleiterin, Christine Gubser führt die Teilnehmenden in diesen zwei Tagen in die hohe Kunst erfolgreicher Präsentationen ein. Mehr Informationen dazu finden Sie unter www.sanu.ch/19NGRA.

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